07.09.15 Schließung des Sportzentrums Küllenhahn

Das Sportzentrum Küllenhahn wird zur Notunterkunft für über 300 Flüchtlinge

Sportverein übt sich im Krisenmanagement
 
Die Nachricht dass das Sportzentrum Küllenhahn als Unterkunft für an die 300 Flüchtlinge umfunktioniert wurde, stellte den Schulbetrieb wie auch die Sportvereine vor einer neuen Herausforderung. Für den Südstadtclub SSV Germania, der die Hallen zu 70% nutzt, eine besondere Aufgabe. Quasi in einer Nacht- und Nebelaktion musste für 40 Übungseinheiten ein neues Quartier gefunden werden. Dazu kam es bereits am Montag, den 7. September wie zwei Tage später zu einem Treffen des Vorstandes und der Abteilungsleiter. Bei diesen Verhandlungen ging es um die Besetzung vorhandener Sportstätten, die nicht für alle Kurse ausreichen. Dennoch wurde der Kuchen bestmöglich aufgeteilt. Die Jugend weicht der älteren Generation heißt in der Praxis, dass die jüngsten Fußballer ihre Hallenzeiten den Turnerinnen überlassen und auf den Naturrasen auf dem Freudenberg kicken werden. Aber auch die Gymnastik-Damen um Übungsleiterin Andrea Dickel sind bereit ihre Aktivitäten unter freiem Himmel zu verlegen und werden Nordic Walking Einheiten auf der Sambatrasse ausführen.
Die Wettkampfsportarten werden den Fitnesskursen vorgezogen. Erstaunlich schnell und harmonisch wurde die Verteilung geregelt, dabei kam die gesamte Kampfsportabteilung mit ihrer bereits geplanten Zusammenlegung verschiedener Kurse dem Vorstand sehr entgegen. Kampfsport-Abteilungsleiter Gerd Horn hatte vorab seine Kurse kombiniert und so trifft demnächst japanische und chinesische Kampfkunst auf engstem Raum zusammen. Udo Schmidt streckte seine Fühler aus und konnte Trainingszeiten seiner Volleyballer bei den Vereinen PSV und ATV unterbringen. Hier der Ersatztrainingsplan
Ein großes Aufatmen ging durch den Verein als sich Hilfe vom Küllenhahn anbot. Vorstandsmitglied Dirk Hofmann klopfte bei Rudolf Ernenputsch an. Die R&C Ernenputsch GmbH bereibt die Tennishalle Küllenhahn, gleich neben der Grundschule gelegen. Da der weißen Sport nicht mehr so rege ausgeübt wird wie noch vor 20 Jahren, ist die Halle nicht mehr ausgelastet.
 
 
Rudolf Ernenputsch: "Früher wurde schon morgens ab 7 Uhr gespielt und oft bis 23 Uhr." Im September 2015 leistet Rudolf Ernenputsch bereitwillig Nachbarschaftshilfe. Dieses macht er gerne und völlig unkompliziert und zeigt seine Verbundenheit mit dem Verein indem er an seine Zeit als Fußballer im blau-weißen Trikot erinnert. Sportbegeistert ist er nach wie vor. Am vergangenen Donnerstag schon übergab er Germanias Geschäftsführer Friedhelm Bursian die Schlüssel und weihte ihn in die Technik der Tennishalle ein.  Hier der Belegplan der Tennishalle
 
 
Die Bedingungen sind gut und ab Montag, dem 14.September werden Kurse wie Gymnastik und Zumba auf dem Tenniscourt ausweichen. Den Übungsleiterinnen wird viel Improvisationstalent abverlangt denn sämtliche Utensilien wie Matten oder Kästen fehlen. Der Hausmeister wird informiert, damit er nicht meint er träume wenn südamerikanische Rhythmen durch die Halle klingen und eine Gruppe Frauen auf dem Spielfeld tanzt.
 
 
Aus der Situation das beste machen heißt die Devise für die kommenden Wochen denn die Entscheidung des Stadtsportbundes zur Leistung humanitärer Hilfe wurde begrüßt und wird unterstützt.
Dennoch meldet sich der Herbst, spätestens Ende Oktober wird der Naturrasen unbespielbar sein, die Dunkelheit Aktivitäten auf der Sambatrasse verhindern und die unbeheizte Tennishalle als Quartier ausfallen. Wir verfolgen daher gespannt die Entwicklungen zur Flüchtlingspolitik...                                                                           Text und Fotos: Odette Karbach
 

Quelle: Cronenberger Woche vom 18.09.15

Quelle: Westdeutsche Zeitung vom 18.09.15

Quelle: WZ vom 15.09.15

Quelle: Cronenberger Woche

Quelle: Wuppertaler Rundschau